Seit 1370, dem Gründungsjahr der Abbaye des Maçons, bilden die Mitglieder eine Zunft, deren Ziel es ist, alle Akteure des Bauwesens in der Stadt Freiburg und ihrer Umgebung zusammenzubringen.
Die Zünfte haben ihren Ursprung in den Bruderschaften des 12. Jahrhunderts, die das soziale und religiöse Leben strukturierten. Diese trafen sich zu Messen und Mahlzeiten. Aus der Notwendigkeit heraus, die berufliche Tätigkeit innerhalb der Städte zu strukturieren, entwickelten sich die Abteien und übernahmen die Rolle der Bruderschaften. Im Laufe der Zeit und mit zunehmender sozialer und politischer Bedeutung mussten die Abteien Feste und Kriegsanstrengungen finanzieren. Schließlich übernahm der Staat die Kontrolle über die Ausbildung und berufliche Betreuung und verwies die Abteien in den beruflichen Bereich in eine untergeordnete Rolle.
1157
Gründung der Stadt Freiburg und Beginn der Organisation der Arbeit im Gewerbe
1370
Gründung der Maurerabtei, ohne schriftliche Quelle
1391
Erste schriftliche Erwähnung der Maurerzunft in schriftlichen Quellen
1505
Reform der Zünfte
1541
Trennung der Maurerzunft von den Zimmerleuten
1560
Unabhängigkeit der Maurerzunft
1771 à 1798
Reformen der Abteien
1874
Gründung der Fondation Perroulaz
1970
600-jähriges Jubiläum – die Abtei stiftet ein Glasfenster der Krippe St-Etienne (von Nortmann und Fleckner) und lässt eine Lithografie anfertigen (von J-B Dupraz)1990hographie (réalisé par J-B Dupraz)
1990
Erste Frau in der Abtei: Staatsrätin Roseline Crausaz
2020
650-jähriges der Abtei, aufgrund von COVID auf 2021 verschoben
2021
650-jähriges Jubiläum der Abtei und Erstellung einer Lithografie (von S. Rey)
Die Geschichte der Zünfte in Freiburg ist durch einen Mangel an schriftlichen Quellen geprägt, doch lassen sich ihre Ursprünge anhand der Praktiken religiöser Bruderschaften zurückverfolgen, die seit dem 13. Jahrhundert bestehenden. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte:
marquée par un manque de sources écrites, mais on peut tracer leurs origines à travers les pratiques des confréries religieuses existantes depuis le XIIIe siècle. Voici un résumé des points importants :
Vor den Zünften gab es Bruderschaften wie die des Heiligen Geistes, die für das Krankenhaus zuständig war, und die von St. Martin, die religiöse und soziale Aktivitäten organisierte.
Die Mitglieder versammelten sich zu Messen und gemeinsamen Mahlzeiten, unterstützten bedürftige Mitglieder und feierten das Andenken an Verstorbene.
Diese Praktiken wurden in die Zünfte integriert, die ebenfalls einen religiösen Charakter annahmen, indem sie sich „Abteien” nannten.
In den Jahren 1363 und 1388 verhängte die Regierung von Freiburg Beschränkungen für die Erstellung von Statuten und die Organisation von Versammlungen durch Bürger und Handwerker, wobei die Genehmigung des Rates erforderlich war, andernfalls drohten strenge Sanktionen.
Diese Maßnahmen spiegeln die politische Vorsicht Freiburgs wider, wo die Zünfte streng überwacht wurden, im Gegensatz zu anderen Städten, in denen sie eine bedeutende politische Rolle erlangt hatten.
Diese Elemente veranschaulichen, wie die Zünfte und Handwerksvereinigungen in Freiburg vor dem Hintergrund politischer Kontrolle und religiöser Traditionen gegründet und reguliert wurden.
Die Organisation von Veranstaltungen und die Verwaltung bestimmter Aspekte des Militärlebens oblagen ursprünglich ebenfalls den Zünften und Bruderschaften der Stadt Freiburg. Die finanziellen und organisatorischen Auswirkungen waren so groß, dass ab Mitte des 16. Jahrhunderts auch bestimmte Adelsfamilien und der Stadtrat an diesen Aufgaben beteiligt werden mussten. Die folgenden Punkte veranschaulichen die wirtschaftlichen Herausforderungen, mit denen die Zünfte konfrontiert waren, und die Maßnahmen, die ergriffen wurden, um diese zu bewältigen.
Sie waren für die Organisation und Finanzierung der Feste verantwortlich und fungierten gleichzeitig als militärische Autorität im Falle eines Konflikts. Sie stellten dann Waffen und Soldaten für militärische Feldzüge zur Verfügung. Gemäß einer festgelegten Ordnung beteiligten sich auch bestimmte namhafte Familien sowie der Rat an der Organisation der Feste.
Ab Mitte des 16. Jahrhunderts konnten die Zünfte die steigenden Kosten für ihre Teilnahme an den Dreikönigsfesten nicht mehr aus ihren üblichen Einnahmen decken, sodass sie auf ihre finanziellen Reserven zurückgreifen mussten.
Um die Verteilung der finanziellen Lasten zu verbessern, führte der Rat eine offizielle 7-Jahres-Rotation für die verschiedenen Gesellschaften und Familien ein. Dieses System wurde 200 Jahre lang strikt eingehalten, obwohl es die Zünfte oft an den Rand des Bankrotts brachte.
Marie-Thérèse Torsche-Julmy und Hubert Foerster